Zeitmanagement und Pomodoro

04.08.2019 | Erfahrungen, Tipps & Tricks

Für mich persönlich gibt es einen Stressor, den ich bis jetzt nie in den Griff bekommen konnte. Egal wann, er hat mich immer eingeholt und mir in allen möglichen Situationen das Leben erschwert. Der Faktor Zeit oder auch Zeitmanagement hat mich unzählige Nerven, Tränen und Anstrengungen gekostet. Es ging teilweise soweit, dass ich einen starken Leistungsabfall hatte in den Aufgaben, die ich zu erledigen hatte und merkte, dass ich hier eine Lösung finden musste.

Ich bin Studentin, was im ersten Moment vielleicht nicht wirklich “anstrengend” klingt. Aber auch das wird unterschätzt, wenn man sein Studium in einer gewissen Zeit abhaken will oder vielleicht sogar muss. So viel also dazu. Doch nebenbei habe ich zwei verschiedene Jobs. Einen Job in der Pflege, bei dem ich sowohl Nachtdienste als auch Tagdienste absolviere und das bis zu 30 Stunden die Woche. Und da das ja noch nicht reicht und mein inneres Ego nach Reichtum und Anerkennung schreit, kam ich auf die glorreiche Idee mich nebenher noch selbstständig zu machen. Auch hier habe ich mich mittlerweile verschiedene Kunden, betreue die Internetseiten und kümmere mich um die Contentgestalltung.

Ich will mich nicht beklagen, habe aber mit der Zeit immer mehr wahrgenommen, wie schnell ich erschöpft und angespannt war. Die Arbeit selbst ist im ersten Moment nicht das, was mich belastet, es ist eher die Schwierigkeit, alles miteinander zu vereinbaren und unter einen Hut zu bekommen. Besonders bei der Selbstständigkeit ist es schwierig, abzuschalten und sich auf andere Sachen zu fokussieren, besonders wenn man vor einem unangenehmen Problem steht. Ich denke, dass ich hier jedem Selbstständigen aus der Seele spreche.

Ich wollte also eine Lösung finden, eine bessere Struktur in meinen Alltag zu bringen, um effektiv meine Aufgaben zu erledigen und nicht schon nach kurzer Zeit die Nerven zu verlieren.

Die Pomodoro Technik

Ich recherchierte und schließlich fand ich eine Technik, die für mich bereits auf den ersten Blick attraktiv wirkte und die jetzt einen großen Teil meines Alltages managt. Die Pomodoro Technik.

Die Pomodoro Technik ist eine spezielle Technik, die sich besonders auf den Aspekt Zeitmanagement fokussiert aber auch unterstützend bei der Produktivität und Effektivität ist. Diese Technik kam in den 80er Jahren durch Francesco Cirillio auf, einem italienischen Unternehmer. Um effektiv produktiv zu sein, bedarf es Pausen. Und diese sollten im besten Fall regelmäßig sein und nach kurzen aber intensiven Intervall “Arbeitsphasen”. Mit der Pomodoro Technik sollen diese Zyklen also immer 25 Minuten dauern und mit 5 Minuten Pause unterbrochen werden. Nach vier dieser Zyklen sollte dann aber einer größere Pause von ungefähr 30 Minuten eingelegt werden.

Ich denke, bis hierhin konnte jeder folgen. Das wichtigste, was ich auch erst lernen musste, war, dass der entscheidende Punkt die Vorbereitung ist. Bevor man mit den Zyklen beginnt, sollte man sich seiner Aufgaben bewusst werden. Irgendwie klingt das ja auch logisch, oft ist das aber auch gar nicht so einfach. Für mich funktioniert das am besten, wenn ich mir bereits am Vortag, abends, einen Plan erstelle, was ich zu erledigen habe. Hierbei stehen aber für mich auch Haushalt und Lernen auf dem Plan. Klar, für meine Arbeit, bei der ich in der Pflege arbeite, ist das nicht so unbedingt anwendbar. Aber für alle Bereiche zu Hause, die Uni und die Selbstständigkeit betreffend, kann ich dieses Prinzip einfach perfekt anwenden.

Lernen, Haushalt, Arbeit und co.

Ich überlege also gründlich, was so ansteht. Ob ich lernen muss, für eine anstehende Klausur, was im Haushalt zu tun ist und was ich für die Arbeit zu erledigen habe. Ab und an nehme ich mir aber auch einfach Zeit, um entspannt nachzudenken und verschiedene Ziele zu fokussieren. Auch das funktioniert, zumindest für mich, mit diesen Zyklen besser.

Außerdem überlege ich mir, wie viele Einheiten ich pro Thema brauche. Das bedarf auch einer gewissen Übung, da man anfangs unterschätzt, wie produktiv man doch in diesen 25 Minuten werden kann. Besonders beim Lernen ist mir das sehr positiv aufgefallen. Während ich bisher Stunden brauchte, trödelte und mich schlecht fokussieren konnte, stieg meine Produktivität mit der Pomodoro-Technik sehr stark an.

Klar, fallen einem trotzdem oft Aufgaben ein, die noch erledigt werden müssen. Aber auch hierfür gibt es eine Lösung. Wenn man einen Gedanken im Kopf hat, einfach schnell auf ein Papier schreiben, das man sowieso immer neben sich liegen haben sollte, und für einen weiteren Pomodoro-Zyklus einplanen. Es klingt nicht kompliziert und es ist es auch nicht. Aber es ist definitiv effektiv. Für mich war es immer schwer, an einer Sache zu bleiben und nicht alles parallel zu machen. Seitdem kann ich meinen Tag viel besser Planen, alle meine Aufgaben abarbeiten und trotzdem noch etwas Freizeit genießen.

Ich kann nur jedem, der sich in einer ähnlichen Situation befindet, empfehlen, diese Technik auszuprobieren. Ihr habt nichts zu verlieren und außerdem schadet es sowieso nie, etwas Neues auszuprobieren. Und es gibt noch einen Faktor, der für diese Technik spricht. Ihr braucht nichts, außer einem Wecker. Es gibt mittlerweile auch viele verschiedene Apps, die ich selbst auch nutze. Aber wie gesagt, eine einfache Eieruhr oder natürlich der Handy-Wecker tun es auch.

Fazit zur Pomodoro-Technik

Ganz klar, diese Technik hat mein Leben verändert. Und zwar in allerlei Hinsicht im positiven Sinne. Natürlich bedarf es einer gewissen Disziplin und Geduld, bis man seinen eigenen Weg gefunden hat und 25 Minuten am Stück konzentriert Aufgaben erledigt (was eine ganz schön lange Zeit sein kann). Aber ich kann jedem ans Herz legen, es wenigstens zu probieren, ihr werdet es nicht bereuen.

 

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