Stressball gegen Stress – kleiner Ball, große Wirkung

Gerne möchte ich meine Erfahrungen mit euch teilen und euch erklären, wie der Stressball mir geholfen hat eine schlimme, stressbedingte Gewohnheit abzutrainieren. Doch zuerst ein paar Worte zu mir und meiner Situation.

Ich bin ein sehr ungeduldiger Mensch und neige schnell dazu Situationen überzubewerten. Zurzeit durchlebe ich eine schwierige Phase, da ich meinen Job verloren habe und im Moment noch auf der Suche nach einer Alternative bin.

Das Fingernägel-Kauen war bereits seit meiner Kindheit ein Problem. Mit viel Mühe und Geduld schaffte ich es, es mir diese Eigenschaft zumindest teilweise abzugewöhnen. Ich benutzte unzählige verschiedene Nagellacke und Stifte, die diesen Prozess unterstützen sollen, doch vergeblich. Es war unmöglich für mich, mir die Gewohnheit komplett abzutrainieren.

Ich schaffte es aber soweit, dass ich nur noch in äußerst stressigen Situation auf diese schlechte Angewohnheit zurückgriff. Doch seit dem ich meinen Job verloren habe, zeigen sich immer mehr Probleme auf. Ich musste mir sogar Geld von meinen Eltern leihen, um meine Miete zu bezahlen und bei allen laufenden Verträgen, nicht in Verzug zu kommen.

Der Dauerstress wurde immer belastender

Kurz und knapp: Im Moment habe ich mit einigen schwierigen Situationen zu kämpfen, die mich Tag und Nacht belasten. Ich stehe unter Dauerstress, kann nicht mehr abschalten und mache mir den ganzen Tag Gedanken, wie alles weitergeht. Aufgrund meiner Qualifikation weiß ich, dass ich einen Job finden werde, dies aber eine geraume Zeitspanne in Anspruch nehmen wird.

Das schlimmste aber ist, dass ich seitdem wieder begonnen habe, meine Fingernägel zu kauen. Nicht, dass es nur unglaublich beschämend ist, wenn andere meine Hände anstarren, auch fällt es mir schwer darüber zu sprechen. Anonym darüber zu schreiben, fällt mir einfacher, da ich mir sicher bin, dass einige Menschen mit solchen Beschwerden zu kämpfen haben.

Es wurde sogar so schlimm, das meine Finger ganz wund wurden, es war wirklich zum verrückt werden. Ich projizierte all meinen Frust auf meine Fingernägel. In stressigen Situationen konnte ich mich kaum halten. Als ich mich beim Arbeitsamt arbeitslos melden musste und unter unglaublichem Druck stand, was meine Zukunft betraf, machte mich die Dame beim Amt, die sich meiner annahm, sogar aufmerksam auf meinen Finger, der angefangen hatte zu bluten, da ich so nervös an ihm herumgezupft hatte.

Ich musste also eine Lösung finden, um meinen Frust auf etwas anderes zu projizieren, das wenigstens nicht meinem Körper schadete. Und das habe ich seit kurzem gefunden.

Kleiner Ball und große Wirkung

Ich denke, dass die meisten mit diesem Begriff etwas anfangen können. Doch ich bin mir auch sicher, dass die meisten es selbst noch nicht ausprobiert haben. Ich selbst war anfangs skeptisch. Eine Freundin schenkte mir einen Stressball zum Geburtstag. Einen süßen kleinen Ball, mit dem Spruch: “Bleib stark”. Anfangs wusste ich nicht, was ich mit diesem Ball anfangen sollte. Ich packte ihn dennoch in meine Handtasche, so hatte ich ihn zumindest dabei.

Von Zeit zu Zeit fing ich immer mehr an den Ball zu benutzen. Anfangs in der Bahn, wenn ich neben unangenehmen Personen saß, wenn ich lange warten musste und nervös wurde oder allgemein in Situationen, in denen ich das Bedürfnis verspürte, wieder an den Nägeln zu kauen.

Ich drücke dann so lange auf dem Ball herum, bis es wirklich anstrengend wird und meine Finger keine Kraft mehr haben. Danach bin ich so “erschöpft”, dass ich kein Bedürfnis mehr verspüre, an meinen Nägeln zu kauen. Ich habe mir nie fest vorgenommen, den Ball als Alternative zu meinen Nägeln zu nehmen, es hat sich eher als schleichender Prozess eingefädelt. Aber seitdem leiden meine Fingernägel wirklich (fast) nicht mehr. Und es gibt unzählige weitere positive Faktoren, die dieser Ball mit sich bringt.

Während die angeekelten Blicke immer mehr nachlassen, schaffe ich es auch, mit den stressigen Situationen besser umzugehen. Ich kann mich immer mehr entspannen, alles kurz rauslassen, und dann mit einem besseren Gefühl alles tun, was ansteht.

Stressball

Fazit zum Stressball

Für mich ist eins klar, meinen Stressball will ich nicht mehr missen. Ich muss dazu sagen, dass es mittlerweile schon der zweite ist. Mein erster Ball ist leider kaputtgegangen. Trotzdem gehört er in meine Handtasche, wie mein Geldbeutel und ist mein kleiner Begleiter. Auch wenn ich ihn nicht mehr so oft brauche, bin ich froh eine Alternative zu haben, die mich nicht nur beruhigt, sondern auch vom Fingernägel kauen ablenkt.

Mir ist bewusst, dass der Stressball kein Therapeut ist oder meine Sorgen und Probleme löst. Aber er hat mich von meinen Übersprungshandlungen befreit und das ist auf jeden Fall der erste Schritt zur Besserung. So habe ich mein Stressmanagement besser unter Kontrolle und weiß mir in jeder Situation zu helfen. Oft reicht es auch schon, den Ball einmal gegen die Wand zu werfen und wieder aufzufangen. Hier kann man wirklich kreativ werden. Meiner Meinung nach sollte jeder einen Ball in der Tasche haben. So würden auch einige stressbedingte Situation mit Sicherheit nicht so eskalieren, da die Wut oder der angestaute Stress auch anders abgebaut werden kann.